Der Spiegel macht ja in dieser Woche im weitesten Sinne mit unserem Thema auf uns untersucht die Risiken und Nebenwirkungen der “neuen” sozialen Netze und der Lust am virtuellen Networking.
(Der Spiegel-Titel wird auch in diesem Artikel aufgegriffen:
http://off-the-record.de/2009/03/02/risiko-facebook/)
In dem Artikel wird stark auf das Verhalten von jungen Menschen fokussiert, die im Eifer des Gefechts vergessen, wie öffentlich ihr Treiben im Netz ist.
Da gibt es dann die üblichen Horrorstories von Frauen, die ermordet wurden, weil sie ihren Status bei Facebook auf “Single” gesetzt haben.
Aber: Vieles in dem Artikel ist des Überdenkens wert. Speziell, was das eigene Verhalten betrifft – auch wenn die Jugend schon ein paar Jährchen zurückliegt.
Was man manchmal auf Facebook und Twitter so aus dem eigenen Netztwerk zu lesen bekommt, lässt einen ja doch gelegentlich kurz die Luft durch die Zähne ziehen.
Auf Facebook werden Wall-to-Wall Familienprobleme gelöst, die definitiv ein paar Grad zu intim sind oder auf Twitter wird gegen Kollegen geschossen, die sofort wüssten, dass sie gemeint sind, wenn sie den Tweet zu Gesicht bekämen.
Vor ein paar Tagen habe ich hier im Forum den Artikel “Lebe in Twitter, wie Du außerhalb von Twitter lebst” veröffentlicht, in dem ich versucht habe, für mich ein paar Regeln festzuhalten.
Ich möchte ergänzen:
1.) Don’t drink and Twitter.
(Erklärt sich quasi von selbst.)
2.) First think then twitter.
(Manchmal sollte man seinen Tweet erstmal woanders notieren, fünf Minuten liegen lassen, ihn sich nochmal anschauen und sich fragen: Ist das was für alle?)
Zum Schluss möchte ich noch einmal auf den Artikel zurückkommen und die beschriebenen Auswirkungen auf das Sozialleben von Jugendlichen, die sich online nach dem Motto “Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun” verhalten.
Fragen:
Braucht es sowas wie einen Internetführerschein für Jugendliche? Eine Aufklärungsaktion? Muss das Schulstoff werden?
Befinden wir uns in einer Übergangsphase?
(Oft genanntes Paradeszenario: Man Twittert über ein feuchtfröhliches Gelage und am Montag weiß der Chef Bescheid, dass man die Sau raus gelassen hat und macht einem Feuer unterm Hintern…)
Ist sowas in Zukunft kein Problem mehr, weil alle twittern und man sich gegenseitig mit Toleranz begegnet?
(Motto: What happens on Twitter stays on Twitter.)




